Das Trainingsziel

Ziel ist es deine gewünschte Sehfähigkeit wiederherzustellen.

Erklärungen zum Trainingsplan

Ich möchte mit dem Trainingsplan dem Umstand gerecht werden, dass die Trainingsmöglichkeiten und der eigene Stand der Sehfähigkeit sehr individuell sind. Deswegen stelle ich dir zwei Trainingspläne vor, die du für dich anpassen und erweitern kannst.

Ich empfehle dir den „Basisplan“ als Ausgangspunkt für deinen individuellen Trainingsplan heranzuziehen, sofern dieser für dich umsetzbar ist. Den Basisplan kannst du um weitere Maßnahmen ergänzen, die du unter „Optimierung und Beschleunigung“ findest. Außerdem kannst du häufiger trainieren, wenn du darauf achtest, dass deine Augen beim Training erholt sind. Dies kannst du durch Wohlfühlübungen fördern.

Der „Minimalplan“ ist das absolute Minimum, um wahrscheinliche Erfolge zu erzielen. Dadurch dauert es in der Regel länger bis du dein Trainingsziel erreicht hast. Es kann aber sein, dass dieser Plan nicht ausreicht und du ihn ergänzen musst.

Wichtig – Bitte beachten

Es gibt einen großen Stolperstein auf dem Weg zum Ziel. Das ist die Ungeduld bzw. das Erzwingen des Erfolges. Das Tückische daran ist, dass es viele verschiedene Auslöser für diese Ungeduld geben kann.

Das ist der zentrale Punkt, den du während der Verbesserung beachten musst:

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn du daran ziehst. Du reißt es höchstens ab.“

Genauso verhält es sich mit dem Augentraining. Gib deinen Augen die Zeit, die sie benötigen. Arbeite konzentriert und entspannt. Gib deinem individuellen Prozess die Zeit zur Entfaltung, die er benötigt. Tust du das nicht und versucht Ergebnisse und Verbesserung zu erzwingen, indem du dich zu sehr anstrengst, beendest du augenblicklich deine Verbesserung.

Zieh Schritt 2 an einem Stück durch, aber bleib geduldig.

Während der Verbesserung wirst du wahrscheinlich Schwankungen in deiner Sehfähigkeit erfahren. Es geht nicht gleichmäßig nach oben. Die Schwankungen können von verschiedenen Faktoren abhängen: Ermüdung bzw. Zustand deiner Augen, allgemeine körperliche Verfassung, Stress, Lichtverhältnisse, Tageszeit, … Mach dir bewusst, dass das zum Prozess dazu gehört. Du musst heute nicht immer besser sehen als gestern. Ziehe deine Vergleich mindestens über einen Zeitraum von sechs bis sieben Tagen unter Beachtung der oben stehenden Einflüsse auf die Sehstärke.

Ebenso spielen sich die Schwankungen auch im kleinen Rahmen während der Übungen statt. Zu Beginn kann es länger dauern bis zu dein Trainingsobjekt schärfer siehst. Das kann bis dreißig Sekunden oder noch deutlich länger sein. Genauso verhält es sich mit der Dauer des scharf bzw. schärfer Sehens. Von einem ganz kurzen Aufblitzen über mehrere Sekunden bis es schließlich dauerhaft klappt. Erzwinge weder das frühere Scharfstellen noch das Aufrechterhalten. Lass die Schärfe kommen, wann sie kommt und lass sie gehen, wann sie geht. Es ist auch in Ordnung zwischendurch Durchgänge oder Einheiten zu haben, in denen es gar nicht scharf wird. Nur wenn das regelmäßig der Fall ist, solltest du prüfen, ob du noch auf dem richtigen Weg bist.

Die obigen Schwankungen spielen nicht nur beim Training selbst eine große Rolle. Viel entscheidender sind sie im Alltag. Dort kommt es bis zur Wiederherstellung deiner Sehkraft zu Unbequemlichkeiten. Diese musst du unbedingt lernen zu tolerieren. Da du weitestgehend auf die Brille verzichten sollst, wirst du immer wieder in Situationen kommen, in denen du nicht scharf siehst. Das gilt es vorübergehend auszuhalten und zu akzeptieren. Du darfst nicht versuchen über Anstrengung, Augen zusammenkneifen oder aufreißen, zwanghaft Schärfe zu erzeugen. Bereite dich gut auf diesen Aspekt vor. Sollte dir das nicht gelingen, kannst du nochmals zu Schritt 1, der Vorbereitung zurückzukehren. Dort diese Toleranz zu üben bevor du dich wieder an die Verbesserung machst.

Zudem ist es wichtig, dass du nur trainierst, wenn deine Augen erholt und entspannt sind. Während des Trainings darf sich eine leichte Ermüdung einstellen. Bist du bereits zu Beginn müde, mache Wohlfühlübungen. Hilft das auch nicht, dann lass die eine oder andere Einheit aus und trainiere erst wieder, wenn sich deine Augen erholt haben.

Die Brille

Um wirklich Erfolg zu erzielen solltest du so schnell wie möglich deine Brille ablegen. Wie weit dir das möglich ist, hängt insbesondere von deinem Alltag und von deiner aktuellen Sehkraft ab. Lege die Brille immer ab, wenn es dir möglich ist. Ansonsten solltest du nach Möglichkeit schwächere Gläser tragen, die es dir ermöglichen, deinen Alltag ausreichend gut zu leben. Trage die Brille nur, wenn unbedingt nötig, z. B. beim Autofahren.

Das Training selbst führst du immer ohne Sehhilfe aus.

Startzeitpunkt

Starte erst mit Schritt 2, wenn du das Trainingsziel von Schritt 1 erreicht hast. Ansonsten wird der tägliche Umfang für dich höher und die Entwicklungsgeschwindigkeit langsamer. Dadurch können sich deine Erfolgsaussichten reduzieren.

Beginne idealerweise, wenn du zwei bis drei Tage vor dir hast, an denen es dir leichter fällt mir einer reduzierten Sehschärfe im Alltag zurecht zu kommen. Ein Wochenende, direkt freitags nach der Arbeit kann sich beispielsweise anbieten. Dann kannst du dich ohne Druck an die kommende Zeit ohne oder zumindest mit viel weniger Brille gewöhnen.

Außerdem kann es ein paar Tage dauern, bis deine Entwicklung so richtig Fahrt aufnimmt. Am Anfang kann es aber auch zum anderen Extremen kommen sowie wie natürlich die Nuancen dazwischen. Du kannst andererseits gleich zu Beginn einen großen Sprung machen, da sich deine Augen an das Sehen ohne Brille gewöhnen und du bereits durch die Vorbereitung gute Vorarbeit geleistet hast.

Lass dich von der Anfangsphase weder in die eine noch die andere Richtung täuschen. Bleib kontinuierlich dran und genieße deine Entwicklung in deinem einzigartigen Tempo.

Dauer

Ich möchte dir im Hinblick auf die Länge von Schritt 2 keine falschen Versprechungen machen. Das kann zu falschen Erwartungen führen und du machst dir unnötigen Druck. Das wiederum kann zu falschem Training und somit zum Ende deiner Verbesserung führen. Ja, es kann richtig schnell gehen, aber eben auch länger. Es dauert bei dir so lange es eben bei dir dauert.

Als ungefähren Richtwert für die Verbesserung um eine Dioptrien kannst du zwei, drei Tage im allerbesten Fall bis zu eineinhalb oder zwei Wochen im schlechtesten Fall annehmen. Wenn es dir hilft, einen ungefähren Zeitraum zu haben, währenddessen du die Unannehmlichkeiten der Unschärfe leben musst, kannst du mit einer Dioptrien pro Woche rechnen. Ist es schneller: Schön. Dauert es länger, ist das auch kein Beinbruch solange eine Entwicklung stattfindet. Grundsätzlich würde ich mich aber nicht zu sehr mit der Zeitdauer und daran geknüpften Erwartungen beschäftigen.

Daher noch einmal:
„Das Gras wächst nicht schneller, wenn du daran ziehst. Du reißt es höchstens ab.“

Der richtige Blick

Die Art und Weise der Ausführung der „Besser Sehen“- Übungen ist von entscheidender Bedeutung, genauso wie im Alltag. Davon hängt letztendlich ab, wie schnell du dich verbesserst und wie weit du kommst. Trainierst du „falsch“, schaust du im Alltag „falsch“, dann bleibt deine Entwicklung irgendwann stehen.

Im Prinzip lässt sich der „richtige Blick“ ganz einfach beschreiben:

Schau beim Training und im Alltag ganz locker und entspannt, als ob du dein Objekt bereits scharf sehen kannst.

Vermeide jede Anstrengung, ein Zusammenkneifen oder Aufreißen der Augen, sowie sonstiger unnatürlicher Blicke. Das Scharfstellen passiert beim Üben „wie von selbst“, durch die Augenbewegungen, leichtes Blinzeln oder schlichtes Warten.

Wenn du Schwierigkeiten hast, den „richtigen Blick“ zu finden, können dir nachfolgende Tipps helfen.

Betrachte bei Kurzsichtigkeit Objekte in kürzeren Entfernungen, die du mühelos scharf sehen kannst, und merke dir das Gefühl. Mit dem gleichen Gefühl betrachtest du nun unscharfe Objekte in größerer Entfernung. Egal wie scharf diese sind. Überlasse das Scharfstellen deinen Augen, konzentriere dich nur auf das Gefühl der Lockerheit und Entspannung. Wechsel ruhig mehrmals zwischen dem nahen und fernen Objekt hin und her. Bist du weitsichtig, dann gehst du genau umgekehrt vor. Das Gefühl der Schärfe in der Ferne behältst du beim Blick auf nahe Objekte bei.

Die Auswahl des richtigen Trainingsobjektes macht es dir leichter, den richtigen Blick zu halten. Idealerweise ist dein Trainingsobjekt immer nur leicht unscharf. Das kannst du sowohl über Entfernung als auch die Größe bzw. den Detaillierungsgrad des Objekts steuern.

Auch ist es leichter an natürlichen Objekten wie Bäumen, Sträuchern oder Blumen den richtigen Blick zu beizubehalten. Im Vergleich zu einer Sehtafel bzw. Buchstaben und Zahlen sind die Konturen weicher und du arbeitest dabei zusätzlich dreidimensional.

Achte auch auf gute Lichtverhältnisse, wenn du trainierst oder im Alltag scharf sehen möchtest. Es ist hell aber blendet nicht, idealerweise Sonnenlicht. Dann ist es einfacher den richtigen Blick zu halten. Akzeptiere außerdem, dass du wahrscheinlich etwas unschärfer siehst, wenn es dunkler und schlecht beleuchtet ist.

Eine weitere Hilfe ist es, wenn du versuchst, beim Fokussieren deinen Blick zunächst so breit wie möglich zu halten, d. h. eine große Fläche anstatt eines kleinen Punktes wahrzunehmen. Damit stellst du deine Augen zuerst auf die Entfernung ein. Erst anschließend konzentrierst du dich auf das kleinere Trainingsobjekt, die Details.

Um mit dem richtigen Blick zu trainieren oder zu schauen, kann es dir auch helfen vorab eine der folgenden Dinge zu tun. Mache eine Wohlfühlübung. Sehr gut ist das Handauflegen oder mehrmaliges Blinzeln. Ein paar lockere Augenbewegungen können ebenso den richtigen Blick unterstützen.

Finde unbedingt den richtigen Blick und versuche ihn beizubehalten. Überprüfe dich regelmäßig.

Der Basisplan

1-2x täglich Augenbewegungen: Du machst mindestens einmal die Augenbewegungen aus der Vorbereitung, am besten morgens. Idealerweise machst du noch einen zweiten Durchgang in der zweiten Tageshälfte oder abends. Gerne kannst du die Übungen auch öfter machen. Achte dabei nur darauf, dass du nicht zu sehr ermüdest und der Umfang nicht zu groß wird, sodass du mit dem Training ganz aufgeben musst.

Alternative zu den Augenbewegungen oder als zusätzliche Einheiten: Mache mehrmals täglich kurze Einheiten (1-2 min), die du vielleicht besser in deinen Alltag einbauen kannst, da sie nebenbei gemacht werden können. Suche dir drei bis vier Bewegungsmuster pro Einheit heraus und mach davon jeweils 3 Durchgänge à 6 Wiederholung. Sprich, wie du die erste Woche trainiert hast, nur dass du die Bewegungsmuster abwechselst.

3-5x täglich Besser Sehen: Du machst zunächst eine Übung zum Verbessern der Sehkraft und direkt im Anschluss eine Übung zum Wechsel zwischen verschiedenen Entfernungen. Diese Einheit läuft wie folgt ab:

  • 3x30s: Verbessern der Sehkraft mit beiden Augen gleichzeitig
  • 30-60s: Pause, idealerweise mit Handauflegen (oder einer anderen Wohlfühlübung)
  • 3x30s: Verbessern der Sehkraft mit einem geöffneten Auge, das andere verdeckst du wie bei der Übung „Handauflegen“
    (Ist eine Auge schwächer als das andere, fängst du immer mit dem schwächeren Auge an, sodass diese zweimal trainiert wird. Sind beide Augen ungefähr gleich, dann beginnst du bei einer Einheit mit links und bei der nächsten mit rechts).
  • 30-60s: Pause, idealerweise mit Handauflegen (oder einer anderen Wohlfühlübung)
  • 3x30s: Verbessern der Sehkraft mit beiden Augen gleichzeitig
  • 30-60s: Pause, idealerweise mit Handauflegen (oder einer anderen Wohlfühlübung)
  • 3x30s: Wechsel zwischen verschiedenen Entfernungen

Zwischen allen Durchgängen à 30 Sekunden machst du etwa fünf Sekunden Pause, in der du die Augen schließt oder locker blinzelst.

Vor und nach der Einheit kannst du optional eine Wohlfühlübung machen.

Wann immer möglich Wohlfühlübungen: Gönne deinen Augen immer wieder etwas Gutes. Das brauchst du nicht fest einzuplanen. Aber schließe zumindest die Einheiten „Besser Sehen“ damit ab.

1x täglich Nackenübungen: Siehe Vorbereitung. Wenn der gesamte Aufwand mit den Nackenübungen jedoch zu groß wird, lass diese Weg und mache sie nur bei Bedarf (s. „Wenn du nicht mehr weiterkommst“)

Der Minimalplan

Der Minimalplan besteht ausschließlich aus den zwei Übungsformen der Säule 2 Besser Sehen. Augenbewegungen oder Wohlfühlübungen machst du nur bei Bedarf, wenn du nicht voran kommst oder du dich danach fühlst.

Du machst zwei oder dreimal täglich die Einheit zum Besser Sehen aus dem Basisplan. Bei Bedarf oder Zeit fügst du Augenbewegungen, Nacken oder Wohlfühlübungen hinzu.

Optimierung und Beschleunigung

Du kannst dein Training optimieren, wenn du die entsprechenden Kapazitäten dazu hast. Zunächst kannst du den Umfang bzw. die Anzahl der Einheiten erhöhen, solange du dabei beachtest, nur mit ausgeruhten Augen zu trainieren.

Ebenso können dir die Wohlfühlübungen einen richtigen Schub geben.

Als Vorbereitung auf die Einheit Besser Sehen kann eine verkürzte Einheit zum Auflockern des Nackens sowie ein paar schnelle Augenbewegungen zu besseren Ergebnissen führen.

Weitere Beschleunigungsfaktoren beinhalten größere Lebensumstellungen. Ich möchte sie der Vollständigkeit halber erwähnen, aber nicht näher darauf eingehen. Wenn du für größere Veränderungen bereit bist, wirst du deine passende Unterstützung und Informationen finden. Zum Einen kannst du über gute Ernährung und Entgiftung schnellere Erfolge erzielen. Zum Anderen kann es helfen, den ganzen Körper zu trainieren und im wahrsten Sinnes des Wortes wieder in Form zu bringen.

Was du auch zusätzlich unternehmen kannst und möchtest, vermeide es, den Erfolg erzwingen zu wollen. Das geht in der Regel schief.

Wenn du nicht mehr weiterkommst

Ich möchte dir eine kleine Checkliste an die Hand geben für den Fall, dass du nicht mehr weiterkommst:

  1. Kommst du wirklich nicht mehr weiter oder unterliegt die Entwicklung noch den möglichen Schwankungen? Ein, zwei schlechte Tage sind kein Problem, wenn es danach wieder vorwärts geht. Beachte aber unbedingt die Umstände. Nach Training bei Sonnenschein kann eine Woche Regenwetter auch mehrere Tage zu schwächeren Ergebnissen führen als am letzten Sonnentag.
  2. Trainierst du entspannt und mit dem richtigen Blick? Wenn nicht, dann konzentriere dich zunächst darauf, den richtigen Blick wiederzufinden.
  3. Ist dein Nacken verspannt? Lockere ihn durch die Übungen auf oder suche dir im Bedarf professionelle Unterstützung.
  4. Mache wieder mehr Augenbewegungsübungen. Machst du damit wieder Fortschritte beim Besser Sehen, dann nimm diese vorübergehend wieder in deinen Trainingsplan auf.
  5. Sind deine Augen erschöpft? Dann mach Pause und unterstütze diese durch Wohlfühlübungen.
  6. Du kommst immer noch nicht voran? Dann lass uns gemeinsam nach einer Möglichkeit suchen. Schreib mich einfach an.
  7. (Prüfe andere Möglichkeiten und Ursachen, wie zusätzliche Sehprobleme (z. B. Doppelbilder), Blockaden in Körper oder Geist (z. B. fehlender Glaube), Ernährung.)

Das Wichtigste zusammengefasst

Kontinuität ist wichtiger als der Umfang. Mach lieber kürzere Einheiten, dafür aber regelmäßig. Schau, dass du dran bleibst.

Verzichte, wann immer möglich auf deine Brille. Nimm ansonsten eine schwächere Brille, außer es ist zwingend notwendig, wie beispielsweise beim Autofahren.

Sei geduldig. Jeder hat sein eigenes Tempo. Und zum wiederholten Male:
„Das Gras wächst nicht schneller, wenn du daran ziehst. Es reißt höchstens ab.“

Behalte im Alltag und beim Training den richtigen Blick bei.