Bewegen
Ziel der zweiten Säule ist es, deine Augenmuskeln wieder fit und beweglich zu machen. Damit legst du einen wichtigen Grundstein für die Übungen der dritten Säule „Besser Sehen„.
Die Säule „Bewegen“ unterteilt sich in zwei Bereiche, das Dehnen und die Augenbewegungen.
Dehnen
Das Dehnen kannst du als Ergänzung oder Vorbereitung zum Training ausführen. Es kann dir helfen, Spannungen aufzulösen und die Beweglichkeit deiner Augenmuskeln zu verbessern. Teste selbst, ob du einen positiven Effekt verspürst. Wenn du bei den Übungen keinen Dehnreiz mehr fühlst, dann kannst du mit den Dehnübungen aufhören.
Außerdem kannst du im Anschluss an Einheiten mit Augenbewegungen oder Übungen aus der Säule „Besser Sehen“, die Dehnübungen ausführen.
Das Prinzip der Übungen ist sehr einfach. Du bewegst deine Augen so weit es geht in eine vorgegebene Richtung und hältst diese Position 30 Sekunden bis zu zweieinhalb Minuten. Abschließend blinzelst du ein paar Mal ganz locker.
Dehne alle gezeigten Richtungen. Spürst du in einer Richtung keinen oder kaum einen Dehnreiz mehr, dann brauchst du diese Richtung nicht mehr weiter dehnen. Du kannst zu einem späteren Zeitpunkt nochmals ausprobieren, ob du erneut einen Reiz spürst. Dann kannst du diese Richtung erneut dehnen.
Augenbewegungen
Die Augenbewegungen sind Bestandteil in jedem der drei Schritte des Trainingsplans.
Das Prinzip der Übungen ist ebenfalls sehr einfach. Du bewegst dabei nur deine Augen nach einem vorgegebenen Muster. Wenn du noch ungeübt bist, kann es sein, dass du deinen Kopf zusätzlich zu deinen Augen bewegst. Halte daher anfangs deinen Kopf ruhig, indem du das Kinn mit deinem Daumen und Zeigefinger fixierst („Denkerpose“). Sobald du die Sicherheit hast, dass du deinen Kopf nicht bewegst, machst du die Übung frei.
Auch wenn das Prinzip der Übungen sehr einfach ist, solltest du ein paar Dinge beachten, um den größtmöglichen Effekt zu erzielen. Achte beim Trainieren darauf, dass die Bewegungen flüssig sind und du richtig in deine Bewegungen reinspürst. Es kann hilfreich sein, wenn du dir das Bild von deinem Muster während des Übens vorstellst. Du kannst dir auch das Muster aufmalen oder mit einem Stift, deinem Finger oder ähnlichem mit ausgestrecktem Arm in die Luft malen. Diese Hilfsmittel können dir helfen, die Bewegungen exakter auszuführen, wobei letzteres zusätzlich noch die Konvergenz deiner Augen trainiert.
Es gibt drei verschiedene Arten der Bewegunsmuster. Es gibt dabei kleinere Unterschiede, worauf du bei der Ausführung achten solltest. Die geraden Bewegungen solltest du so groß wie möglich machen. Führe sie in Gedanken noch weiter fort, wenn du mit der Bewegung an einem Endpunkt angekommen bist. Bei den runden Bewegungen ist es entscheidend, dass diese flüssig sind aber dabei noch so groß wie möglich. Fallen dir manche Teilbewegungen schwerer, dann ist genau dort ein Punkt, wo du noch fleißiger üben darfst. Die dritte Bewegungsform ist eckig. Hier kommt es auf beides an. Mache die Bewegungen so groß wie möglich aber sie sollen flüssig bleiben. Das heißt, bei den runden Bewegungen ist das Fließen wichtiger als der Umfang, bei den eckigen ist es umgekehrt.
Wähle beim Üben eine mittlere Geschwindigkeit, sodass du die Bewegungen gut spürst und sie flüssig sind. Bist du zu schnell, spürst du die Bewegung zu wenig. Bist du zu langsam, fühlt sich die Bewegung nicht mehr flüssig an sondern wird ruckartiger. Mit fortschreitendem Training wird der Bereich, wo es flüssig und spürbar ist größer.