Augenmalerei
Bei dieser Übung „malst“ du mit deinen Augen dein Trainingsobjekt bzw. dessen Konturen nach. Diese Übung machst du mit der Sehtafel, einem natürlichen Objekt oder was auch immer dir zur Verfügung steht, z. B. Hausnummern, Autokennzeichen, Bilder, etc.
Bei der Sehtafel wählst du eine Entfernung zur Tafel, bei der du die oberen Zeilen noch scharf sehen kannst. Als Trainingszeile nimmst du die letzte Zeile, in der du die Buchstaben noch ohne Anstrengung erkennen kannst, aber sie etwas unscharf sind. Mit dieser Zeile trainierst du eine komplette Trainingseinheit, auch wenn du während des Übens schon weitere Zeilen sehen kannst. Einzige Ausnahme ist das Training mit einem Auge. Dort kann es sein, dass du etwas nach oben wandern musst, um die richtige Zeile zu finden.

In der Natur kannst du größere Entfernungen wählen und nur den Detaillierungsgrad variieren. Hast du zum Beispiel ein Haus vor dir, kannst du erstmal nur über die Fassade hin- und hergleiten und dabei Fenster und Türen als Ganzes betrachten. Später gehst du vielleicht auf Fensterrahmen, Blumenkästen, einzelne Blumen, etc. ein. Der Bewegungsrahmen deiner Augen dreht sich immer um die betrachtete Detaillierung. Anfangs, wenn du das Haus betrachtest, hast du einen größeren Bewegungsumfang als wenn es später mal der Blumenkasten oder schließlich die Blume ist.
Egal ob du in der Natur oder mit der Sehtafel trainierst. Steigere den Schwierigkeitsgrad nicht zu schnell. Stabilisiere lieber dein Ergebnis, indem du noch einen zweiten oder sogar dritten Tag mit dem Schwierigkeitsgrad trainierst, mit dem du deine Zeile ausgewählt hast, obwohl du am zweiten Tag vielleicht schon eine Zeile weitergehen könntest.
Achte bei den Bewegungen darauf, dass die Bewegungen fließend sind und über das Objekt bzw. die Zeile gleiten. Du sollst dabei nicht auf einem Punkt verharren bzw. stehen bleiben. Erst wenn die Schärfe größer wird, dann kannst du langsamer üben und auch mal auf einem Punkt verharren.
Die Augenmalerei bietet viele Variationsmöglichkeiten. Finde durch ausprobieren heraus, welche für dich am besten geeignet ist. Im Verlauf des gesamten Trainings kann sich das auch noch verändern.
Dann kannst du noch mit der Geschwindigkeit der Augenbewegungen spielen. Schnelle Bewegungen können die Augenmuskeln auflockern. Langsame Bewegungen haben eine stärkeren Effekt. Allerdings ist es schwieriger dabei, den richtigen Blick zu behalten. Eine weitere Option stellt das „Springen“ mit den Augen von Punkt zu Punkt dar.